Religiöse Musik

                                                                                       



Obwohl der Orthodoxe Islam als nicht musikfreundlich bekannt ist, hat sich im Osmanischen Reich, ausgehend von Celaleddin Rumi (1207-1273), eine religiöse Musik entwickelt, die heute in der Türkei wieder gepflegt wird.  
Heute, weil von Mustafa Kemal Atatürk 1922 unter anderem auch die religiösen Orden und mit ihnen die religiösen Musikzeremonien der Mevlevi Orden verboten wurde und erst wieder seit 1954 erlaubt sind.

In den Klosterschulen (genannt Tekke) des Mevlevi Ordens, wurden während der Osmanischen Herrschaft hervorragende Musiker und Komponisten ausgebildet, die nicht nur am Hofe zu Ruhm und Ehren gelangten, sondern auch die Kunstmusik stark prägten, da diese nicht nur geistliche, sondern auch weltliche Werke schufen.

Die geistliche Musik im Osmanischen, war vorwiegend religiösen Kreisen, oder dem Hof vorbehalten, wohin gegen es heute zahlreiche konzertante Aufführungen gibt, die verstärkt zur Fastenzeit oder anderen religiösen Anlässen zur Aufführung gelangen. Gleich dem Westen wo zur Weihnachts- oder Osterzeit ebenfalls verstärkt geistliche Werke aufgeführt werden. Die geistliche Musik in der Türkei bezeichnet man heute oftmals als Dini Müzik (religiöse Musik). Sie gliedert sich in zwei Teile.

Einen Teil bilden die Zeremonien der Orden, beim Mevlevi Orden, Ayin genannt, oder beim Bektasi Orden Nefes genannt. Der zweite Teil sind Lobpreisungen, Klagelieder oder auch vertonte Gebete. Die Texte zu dieser Musik stammen entweder von Komponisten, wie z.B. von dem berühmten Meister Hamamzade Ismail Dede Efendi (1778-1846) oder von Dichtern und Mystikern wie Yunus Emre, Celaleddin Rumi, Süleyman Çelebi (gestorben 1429) um nur einige zu nennen.

Für den Musikinteressierten bietet sich bei einer Istanbul Reise die Möglichkeit das Mevlevi-Haus (es wurde 1491 von Iskender Paşa erbaut und dient heute als Museum) im Istanbuler Stadtteil Galata zu besichtigen. Man kann dort jeden Sonntag eine Sema Tanzzeremonie besuchen. Informationen erhaelt man von dem vorgelagerten Informationsbüro oder an den Touristik Informationsständen.
Der Erste hier Dienst tuende Geistliche war Scheich Safayi Dede aus Sinop. Im Jahre 1765 wurde der berühmte Hofdichter Scheich Galip Abt dieses klösterlichen Baues. Der letzte Scheich war der noch im Jahre 1925 amtierende Ahmet Celaeddin Dede. 1973 wurde der Bau als Museum für Höfische Literatur eröffnet. Dort befinden sich zahlreiche historische Instrumente und Kunstgegenstände die sich zu besichtigen lohnen. Dem angegliedert ist ein Friedhof mit dem Grab von Scheich Galip sowie vieler berühmter Anhaenger des Mevlevi Ordens.




Hier einige Bilder zu  dem Museum. Zur Vergrösserung klicken Sie bitte auf das jeweilige Bild.



Galata Museum Innenhof  Friedhof